| Zurück | |||
Konertz, Abiturrede 2011Sehr geehrte Damen und Herren Abiturienten des Jahres 2011, Sehr geehrte Eltern und Verwandte, Freunde und Gäste des Jahrgangs, sehr geehrte Mitglieder des Kollegiums, zur feierlichen Übergabe der Abiturzeugnisse heiße ich Sie am Carl Bechstein Gymnasium herzlich willkommen. Der festliche Rahmen mit einfühlsamer musikalischer Begleitung, lässt Bedeutsames erahnen. Genau so ist es. Wir ehren nicht alleine einen Gast, etwa in Begleitung mit ..., sondern wir ehren einen ganzen Jahrgang für das erfolgreiche Bemühen um höchste schulische Anerkennung, hier in Erkner, im Landkreis Oder-Spree. Das CBG gibt eine neue Generation aus der Hand. Dies tun guten Gewissens mit mir, die für ihre Lerngruppe verantwortlichen Tutorinnen und Tutoren: Herr Uwe Becker, Frau Petra Karolzyk, Herr Detlef Missal, Frau Barbara Prchala und Frau Astrid Zeiske. An Ihrer Spitze unser Oberstufenkoordinator Herr Gerd Nordheim. Im Mittelpunkt der Bemühungen steht die Schülerin, steht der Schüler - so sagen wir, knapp wie präzise, als Entscheidungshilfe der interessierten Öffentlichkeit, den Eltern, die, nach der Grundschulzeit oder nach anderen Anlässen überlegen, ihre Kinder uns anzuvertrauen. Teilhabe an der Schulkultur des Gymnasiums, die Förderung des schulischen Werdeganges und der Persönlichkeitsbildung, dies waren wohl die wesentlichen Ziele, die Sie hofften mit uns unter dem Dach des CBG zu erreichen. Heute, jetzt, vielleicht erst im Laufe der nächsten Stunden und Tage lassen Sie Ihre Erfahrungen Revue passieren und formulieren für sich ein vorläufiges Urteil. Wir zeigten Ihnen den Weg - teilweise, das muss ich zugeben, erweckten einige Abschnitte des Weges für Sie vielleicht eher den Eindruck von Baustellen, ich denke da auch Ihre zeitweise Unterbringung an anderen Schulstandorten im Zusammenhang mit der aktuellen Baumaßnahme - dennoch, die Spur war erkennbar, aber Beschreiten mussten Sie den Weg selbst. Und es waren mehr Steigungen zu gehen als Sie befürchteten. - Dieser lange Weg liegt nunmehr hinter ihnen, liebe Abiturientia. Das freut mich für Sie. Mit Ihrem Willen haben Sie sich die Türen zum Erfolg öffnen können! Der Wille ist entscheidend! So sah es Immanuel Kant. Das haben Sie alle hier in der Aula erkannt. Auch ohne sich möglicherweise vertiefend auf die Pädagogik des Königsberger Denkerfürsten eingelassen zu haben. Es war letztlich es der Sieg Ihrer Einfälle über die Zufälle - und - lassen Sie mich hier den Kant`schen Wortbogen noch einmal spannen - und über die dem Menschen gleichfalls innewohnende Bequemlichkeit. Ich gratuliere Ihnen deshalb gleich vorab zum bestandenen Abitur. Ich gratuliere - auch namens des ganzen Kollegiums - Ihnen und Ihren Eltern zur Emanzipation von Schule. Herzlichen Glückwunsch! Beständigkeit ist also mit der Schlüssel zum Erfolg gewesen. Beständigkeit im Einzelnen und in der Gruppe. Innerhalb Ihrer Gruppe haben Sie Freud und Leid geteilt. Wie hart der Boden der Realität sein kann, haben Sie, haben wir als Schulgemeinschaft, fühlen müssen, als uns die bittere Nachricht vom unerwarteten Tod Ihres Jahrgangskameraden Daniel erreichte. Daniel verstarb vor nunmehr 18 Tagen in Spanien auf einer privaten Gruppenreise. Er trat mit vielen von Ihnen die Reise an, um das Erreichen eines für Ihn persönlich wichtigen schulischen Ziels zu feiern. Ein vertieftes Verständnis für seinen Abschied aus dem Leben ist uns, auch nach einigen Tagen Abstand, nicht gegeben. Gegenüber den Angehörigen von Daniel spreche ich, auch zu dieser Stunde, unser herzliches Beileid und tiefes Mitgefühl aus. Wir übergeben heute auch sein Zeugnis und sind mit der Familie für Daniel stolz auf das Erreichte. Sie alle haben es geschafft! - Es geschafft? Es - nun "es" bedeutet wohl, den hinsichtlich Allgemeinbildung höchsten, im Bildungswesen zwischen den deutschen Bundesländern - oder sollte ich besser sagen: unter dem Deckmäntelchen des Föderalismus streitenden Volksstämmen?, - also - zwischen den - ohne Mallorca - 16 Bundesländern - gegenseitig anerkannten Abschluss, erreicht zu haben. Am CBG sogar mit staatlichem Siegeldruck und dem stolzen brandenburgischen Adler. Herzlichen Glückwunsch! Geschafft - nun "geschafft" bedeutet wohl, Sie haben unbeschadet der
Herkunft und des elterlichen Vermögensstatus, den Abschluss nicht
geldwertig erworben, sondern haben sich irgendwie doch über
mindestens 7 x 230 Schultage, Sie brauchen heute nicht rechnen, das
sind ungefähr 1610 Tage, am CBG für Ihren Abschluss und zuletzt
stärker an Ihrem Abschluss gearbeitet. Werte Festgesellschaft, bei aller pädagogischen Freiheit im Unterricht,
die unsere im Landesdienst Brandenburgs beschäftigten Lehrkräfte hier
in persönlicher Verantwortung am Gymnasium Erkner nutzen, um für
ihre Schützlinge größtmögliches Bildungspotential zu erschließen,
lassen Sie mich andeuten: Ein Gymnasium ist eine hochgradig in
Rechtsvorschriften eingebunden Behörde. Was gut ist oder besser ist eine willkürliche Entscheidung. Sie hängt vom Blickwinkel oder öfter noch von der Absicht ab, die damit verbunden wird. Verdient hätte jetzt die Nennung aller Namen der Abiturientia 2011. Dem werden wir mit der Namensgravur auf der Messingtafel auch Rechnung tragen. Erlauben Sie mir also aus Gründen der rhetorischen Gefälligkeit meiner Rede, stellvertretend für den Jahrgang Ihrer Töchter und Söhne, nur die Einser-Absolventen vorzustellen. Die so Geehrten erheben sich bitte kurz einzeln, wenden sich der Plenumsmitte zu und verneigen sich kurz vor unseren Gästen, die mit ihren Kindern dieses Ranking erst ermöglicht haben. Aus dem Rennen
gehen mit 1,9 unsere Schüler: Janina Bramowski, Leonhard Gerch,
Aaron Kunert und Alexander Teltowskoi Meine Damen und Herren, es ist nicht Art des Hauses gegenüber der Obrigkeit in zivilen Dingen Meldung zu machen, im Falle von Gordon Werth mit 1,0 an der Spitze des Abi-Olymps machten wir eine Ausnahme, gibt es doch dafür eine Ministerin-Urkunde, zu der wir gleichfalls freundlich gratulieren. Glückwunsch Gordon Werth. Doch bedenken wir gemeinsam, dass die größte Leistung nicht darin besteht andere zu übertreffen sondern sich selbst. In diesem Zusammenhang erlauben Sie mir auch auf die unter dem Blickwinkel der Arbeitsökonomie beachtenswerten Punktlandungen von Benjamin Schulz und Dennis Beck hinzuweisen. Natürlich waren wir - hier spreche ich für Ihre Fachlehrerinnen und
Fachlehrer, in dem ein oder anderen Fall mit dem Arbeitseinsatz im
Konkreten nicht zufrieden, wie Ihre Eltern übrigens auch. Natürlich
haben wir Sie aufgemuntert, wie Ihre Eltern übrigens auch, mit seit 2000
Jahren bekannten und bekanntermaßen erfolglosen Sprüchen wie,
"Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir!" - Zusammenkommen war ein Anfang, Zusammenbleiben war ein Fortschritt, Sie haben einiges dafür getan, haben sich sozialkritisch engagiert, setzten gemeinsam z. B. mit Frau Kollegin Hoppe Theater gut in Szene, boten teilweise Spitzenleistungen und besonderes Engagement(stellvertretend sei Björn Mathe Bokelmann erwähnt), förderten den Förderver ein Paul IF Eggert und waren bemüht die Interessen der Schülerschaft in den Mitwirkungsgremien zu vertreten Laura SV Paulikat. Ihr Zusammenarbeiten wurde ein Erfolg, Bleiben Sie weiterhin dem Geheimnis des Erfolges auf der Spur: Nutzen Sie die Chancen, die sich Ihnen nunmehr bieten. Hinter Ihnen stand ein letztes Mal, für einen Schülerjahrgang in Brandenburg, der volle Bildungskanon von 13 Unterrichtsjahren. Künftige Jahrgänge erhalten ,mit einem Jahr weniger, eine kostengünstigere Ausstattung. Und nun zum Schluss. Keine ordentliche Abiturrede ohne Gedanken
des Schulleiters zum Wortsinn: Abitur - Matura - Reifeprüfung: Nun entscheiden Sie künftig alleine. Ohne das Netz und die Nachsicht Ihrer Lehrerinnen und Lehrer am CBG. Aber auch ohne deren Ansporn und Aufmerksamkeit. Das ist auch richtig und gut so. Sie stehen an einer bedeutsamen Wegmarke Ihrer Selbstbestimmung. Sie entscheiden wohin Sie sich entwickeln, welche Ihrer Kompetenzen Sie ausbauen, welche Ihrer Stärken Sie nutzen, welche Orte und Menschen Sie - nach Ihrem Weggehen (abire) aufsuchen, welche Vorbilder und Ziele Sie wählen. Sie entscheiden es durch Ihr Tun, Sie entscheiden es durch Ihr Lassen. Wir wünschen Ihnen dabei Glück und Inspiration. Wir wünschen Ihnen, dass Sie sich freiwillig einbinden in das notwendige Maß an Verantwortungsbereitschaft. Verantwortungsbereitschaft gegenüber sich selbst, da beginnen Sie, gegenüber Ihrer jetzigen und späteren Familie und Ihren Freunden, diese Gruppe unterliegt den für Sie be deutungsvollsten Veränderungen, und gegenüber Staat und Gesellschaft, ein jeder nach seinem Vermögen. Wir wünschen Ihnen, dass Sie sich immer wieder - auch in Zeiten der Belastung - nicht immer wird die Stimmung festlich sein können - einholen lassen von Ihrer Lebensfreude und von der Leichtigkeit des Spielerischen, gegenüber sich selbst, da werden Sie es in einsamen Stunden brauchen, gegenüber Ihrer Familie und Ihren Freunden, diese Gruppe nährt sich mit daraus und entwickelt daraus ihren Halt und ihre Kraft, und gegenüber Staat und Gesellschaft, auf das Sie Ziele setzen, die das berufliche und öffentliche Leben verbessern. Seien Sie dabei ausdauernd. Es heißt, wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament bleiben. Ich sage Ihnen, Ihre Basis ist fertig. Ich danke den Eltern, ich danke besonders unseren Abiturientinnen und Abiturienten für Ihr Vertrauen. Uns wünsche ich: Bleiben Sie Ihrer Bildungsheimat weiter verbunden. Ihnen, lieber Abschlussjahrgang 2011, wünsche ich nunmehr, gemeinsam mit Kollegium, Verwaltung, Schulaufsicht und für den Förderverein des CBG, alles Gute und Glück für Ihren weiteren Lebensweg. Auf Wiedersehen - and let the good times roll.
|
|||
|