Japan-Austausch vom 23.September bis zum 7. Oktober 2010

Wenn man unsere Gruppe nach den schönsten Erlebnissen fragen würde, bekäme man wahrscheinlich 16 verschiedene Antworten, denn so viele waren wir: 14 Schüler/innen und 2 Lehrerinnen. Und jeder von uns hat Japan aus einem etwas anderen Blickwinkel kennen gelernt. Aber eins haben wir alle gemeinsam: Zwei interessante, ereignisreiche Wochen und viele unvergessliche Augenblicke.
Leider können wir hier nicht von allen schönen und beeindruckenden Erlebnissen berichten, es wären einfach zu viele. Aber dennoch wollen wir euch/Sie an einigen Highlights unserer Reise teilhaben lassen.

Am 24. September landeten wir um ca. 9.00 Uhr in Tokyo/Narita, nachdem wir bereits 16 Stunden wach waren und kurz zuvor von der sprichwörtlich aufgehenden Sonne begrüßt wurden. Der Schulleiter, Herr Dr. Szewczyk, sowie ein Lehrer, Herr Wehmann, von der Deutschen Schule Tokyo Yokohama (DSTY), kamen, um uns abzuholen und willkommen zu heißen. Danach wurden mit dem Schulbus einzelne Stationen in Tokio und Yokohama angefahren, wo wir dann von unseren Gastfamilien abgeholt wurden. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, was die meisten dazu nutzten, gemeinsam mit ihren Austauschpartnern die Umgebung kennen zu lernen. Schließlich schliefen wir abends alle müde aber glücklich ein.

Gleich an unserem ersten Tag im Land der aufgehenden Sonne besuchten wir einen Wolkenkratzer der besonderen Art, nämlich das Rathaus – mit 248 Metern das höchste Gebäude Tokios.


Rathaustürme

Nicht nur die Größe, sondern auch die Tatsache, dass in diesem Gebäude rund 13.000 Menschen arbeiten, ließ unsere Augen größer werden.
Und welcher Tokiobesucher träumt nicht davon, diese faszinierende, vielfältige Metropole einmal von oben betrachten zu können? Wir jedenfalls genossen die Aussicht aus dem 46. Stock in vollen Zügen und es gab ja auch wirklich eine Menge zu sehen von dort oben ;-)


Aussicht Rathaus


Aussicht Rathaus


Aussicht Rathaus

Nach dieser tollen Erfahrung haben wir, ebenfalls in einem Hochhaus – allerdings in einem etwas kleineren (ca. 210m hoch) – Mittag gegessen. Wie es sich in einem japanischen Restaurant gehört, haben wir natürlich brav unsere Schuhe ausgezogen, bevor wir zu unseren Plätzen gingen. Diese waren zwar ungewohnt aber durchaus bequem.

Essen in Hochhaus

Das Beste aber war das leckere Essen sowie die wundervolle Aussicht aus den großen Fenstern.


Essen


Essen

Gestärkt und voller Elan machten wir uns dann wieder auf den Weg, um noch mehr von Tokio kennen zu lernen. Shibuya, Harajuku, Meji-Schrein – all diese Sehenswürdigkeiten konnten wir auf unserer Tour entdecken.

Am nächsten Tag folgte dann gleich ein weiterer Höhepunkt – der Ausflug in die alte Tempelstadt Kamakura. Dort lernten wir zum ersten Mal das ländliche Japan kennen, was keineswegs weniger interessant war als die Hauptstadt. Wir alle freuten uns schon riesig auf Kamakuras Wahrzeichen, den großen Buddha. Dieser Anblick wurde uns jedoch nicht sofort gegönnt. Erst stand eine mehrstündige Wanderung an.


Kamakura Wandern

Und trotz verschwitzter Gesichter gelang es uns nicht, Fr. Neuhaus von der Tatsache zu überzeugen, dass diese Leistung eine 1 in Sport wert wäre. Dafür wurden wir mit dem Anblick von vielen, in unserem Raum gar nicht existierender, Pflanzen, z.B. einem kleinen Bambuswald, belohnt.


Bambuswald

Nachdem wir uns noch ein wenig, mehr oder weniger schweißgebadet, Schreine und Pflanzen angeguckt haben, war endlich die Besichtigung des Bronzebuddhas an der Reihe, aber natürlich erst nach dem traditionellen Reinigen am Brunnen beim Eingang.


Kamakura Schrei


Kamakura Bronzebuddha


Kamakura Reinigen

Wir hatten ja schon viel über den Buddha gehört und gesehen, aber als wir dann direkt davor standen war es schlichtweg überwältigend. Frau Hasegawa, eine sehr nette Japanerin und Lehrerin an der DSTY, erzählte uns dann noch etwas über die Entstehung und Geschichte des Buddhas und anschließend hatten wir Zeit zum eigenständigen Erkunden, was wir auch ausgiebig nutzten. Nachdem alles entdeckt und genug Erinnerungsfotos geschossen waren, ging es zu einem Spa inklusive Onsen (traditionelles japanisches Bad) in Enoshima. Dort konnten wir zum Abschluss des Tages in einem Schwimmbecken mit Blick auf Enoshima und nur wenige Meter vom Pazifik entfernt herrlich entspannen.

Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise war für viele von uns die Fahrt zum Fuji. Auch wenn das Wetter es an diesem Tag nicht so gut mit uns meinte, freuten wir uns auf das Wandern auf dem höchsten Berg Japans.


Fahrt zum Fuji

Und als wir dann mit dem Bus den heiligen Berg erreichten, war aus strömendem Regen ein leichtes Nieseln geworden. Nach einem kleinen Abstecher in den dortigen Souvenirshop starteten wir unsere Wanderung.


Fuji Wanderung


Fuji Wanderung

Bis zum Gipfel haben wir es nicht ganz geschafft, aber 2 Stunden waren wir unterwegs ;-).


Fuji Wanderung

Nach unserer ganz persönlichen Erleuchtung machten wir uns dann auf den Rückweg und fuhren anschließend zu einem traditionellen japanischen Restaurant.


traditionelles Restaurant


traditionelles Restaurant

Saya und Lucas, zwei Schüler der DSTY, standen uns mit ihren Japanischkenntnissen bei der Menüwahl mit Rat und Tat zur Seite. Auf der Rückfahrt machten wir dann noch eine kleine Pause beim Sengenschrein, bevor es dann wieder zurück nach Tokio ging.


Sengenschrein

Ebenfalls ein Highlight war der Besuch der japanischen Mädchenschule Jogakuin Secondary School in Yokohama. Die Mädchen begrüßten uns alle freudestrahlend und es folgte eine kurze Selbstvorstellung auf japanisch (!) und die Überreichung der Gastgeschenke. Danach wurden wir in zwei Gruppen geteilt und hatten die Möglichkeit, einer traditionellen Teezeremonie und einer Kalligraphiestunde beizuwohnen.


Teezeremonie


Teezeremonie


Kalligraphie


Kalligraphie


Kalligraphie

Die Japaner/innen waren schwer beeindruckt, auch wenn wir selbst unsere ersten japanischen Schönschreibversuche noch etwas skeptisch beäugten. Beim anschließenden Mittagessen mit ca. 30 japanischen Schülerinnen stellten wir fest, dass deutsche und japanische Teenager gar nicht sooo verschieden sind (Twilight & Gossip Girl wird auch dort gern geschaut).


Jjogakuin

Dann hatten die Mädchen auch noch ein paar kleine Spiele vorbereitet und versuchten uns – mehr oder weniger erfolgreich – in die Kunst des Origami einzuführen.


Jogakuin Spiele


Jogakuin Origami


Origami


Origami

Aber leider ging auch dieser Tag einmal zu Ende und nachdem wir noch schnell Email-Adressen ausgetauscht hatten, mussten wir uns schweren Herzens verabschieden.


Jogakuin


Jogakuin


Jogakuin

Am nächsten Tag stand dann ebenfalls ein Ereignis der besonderen Art an: der Tagesausflug nach Nikko (Weltkulturerbe).
Wir haben vorher ja schon viele Schreine gesehen, aber die in Nikko waren noch einmal etwas ganz besonderes, vor allem, da sie durch ihren chinesisch-koreanischen Einfluss viel prachtvoller aussahen als die vorhergehenden. Und diese prachtvollen Bauten in Kombination mit der Natur ringsherum waren einfach wunderschön, viel zu schön, um sie auf Fotos festhalten zu können.


Nikko


Nikko

Nikko

Nikko

Dies war nur ein kleiner Ausschnitt unseres Programms. Wer wissen möchte, wie es sich anfühlt, die verkehrsreichste Kreuzung der Welt zu überqueren, auf einer künstlichen, futuristischen Insel spazieren zu gehen oder wer etwas über den Empfang in der Deutschen Botschaft, den Besuch eines Katastrophenschutzzentrums (inklusive Simulation eines Erdbebens und eines Taifuns) und des Edo-Museums erfahren möchte, muss sich persönlich an uns wenden.

Fazit: Die Zeit in Japan war interessant, ereignisreich und schlichtweg unvergesslich. Wir hatten die Möglichkeit eine andere Kultur auf eine wundervolle Art und Weise kennen zu lernen, nicht als Touristen sondern als Teil dieser Kultur.

Wir danken allen Leuten, die sich für diesen Austausch engagiert und ihn dadurch erst möglich gemacht haben, besonders natürlich auch Frau Neuhaus und Frau Prchala, die es zwei ganze Wochen mit uns in Japan ausgehalten haben.


I Love Tokyo

Maria Kampermann, 9l

 
 

Zurück Nach oben