Mit Luftmatratzen und Taschenlampen in die Aula
Lesenacht am Carl Bechstein Gymnaium Erkner
von Jan B. Prinz
Dass Zwölfjährige im Zeitalter von TV, Computer, Handy und Gameboy noch mit Begeisterung lesen, ist heutzutage selten geworden. Und dass sich diese an einem Freitagabend noch freiwillig und neugierig in der Schule treffen, dürfte jeden überraschen.
Am 4. November bot sich am Carl Bechstein Gymnasium Erkner genau diese außergewöhnliche Situation: 25 bepackte Schüler der 7b fanden sich mit ihrer Klassenlehrerin Frau Bollechmann in der Schulaula ein. Sir rollten ihre Luftmatratzen aus und kuschelten sich in Decken und Schlafsäcken ein, um verschiedenen Lesebeiträgen zu lauschen.
Vorgelesen wurde nicht aus Lesebüchern, sondern aus Werken von Ronald Dahl bis Edgar Allan Poe. Licht spendete nicht das übliche grelle Neonlicht, sondern zwei Dutzend Taschenlampen, flackernde Kürbisse und kleine Leselampen boten die passende Atmosphäre für die gruseligen Geschichten. Doch nicht nur 7-Klässler lasen, sondern ebenso Schüler der 12. Jahrgangsstufe. Besonders beeindruckten Sarah Röwer und Nina Steinig, die die Geschichte vom Messingkopf im Duett boten. Zwischen den Leserunden, bei denen zuerst Kriminalgeschichten und dann Gruseliges aus Märchen und Thrillern vorgetragen wurden, fand eine Nachtwanderung zum Karutzsee statt. Hierbei regnete es Reis, flirrten Geister und Fledermäuse durch den Wald.
Hexen reichten einen Zaubertrunk und Zauberer verwandelten Kinder in Tiere. Kein Wunder, wenn dann in der zweiten Leserunde der eine oder andere Schüler die Augen schloss und einnickte. Oder war es nur um sich in die Geschichte hineinzuversetzen ? Egal - diese Lesenacht, die von der Deutschlehrerin Dr. Karla Mittag organisiert und von engagierten Schülern der 12. Jahrgangsstufe gestaltet und vorbereitet wurde, wird so schnell keiner vergessen.
Blickpunkt 05.11.2005 |