Nicht meckern, Zukunft gestalten
Mehr als Unterricht im Carl-Bechstein-Gymnasium
Das höchste Lob eines Berliners ist, wenn er sagt: "Da kannste nich meckern." Meine Tochter äußert sich so über ihre ehemalige "Penne". Sicherlich schließen sich rund 800 Schülerinnen und Schüler des Carl-Bechstein-Gymnasiums Erkner und deren Eltern diesem Urteil an. Es ist eines von drei kreislichen Gymnasien in Oder-Spree. Jugendliche aus Erkner, der Umgebung und aus der Hauptstadt werden hier auf ihrem Weg zum Abitur von 56 Lehrern begleitet. Immerhin leisten sie 1180 Unterrichtsstunden pro Woche.
Das Bechstein-Gymnasium hat einen guten Ruf. Das brachte auch ein besonderer Qualitäts-Check zu Tage, dem sich die Schule kürzlich als erste Einrichtung dieser Art im Kreis stellte. Drei Schulvisitatoren begutachteten im Auftrag des Bildungsministeriums das Unterrichtsgeschehen und nutzten die Gelegenheit zu Gesprächen mit Lehrern und Schülern. "Unsere Lehrpläne wurden als vorbildlich und zukunftsweisend, der Unterrichtsausfall als unterdurchschnittlich gering eingeschätzt. Wir haben auch unterdurchschnittlich wenige Sitzenbleiber", sagt Rüdiger Konertz, der Schulleiter. "Wir werben um Schüler. Die
Deutsch-, Englisch- und Mathefachlehrer halten Kontakt zu den Grundschulen, um zu verhindern, dass unsere Neuankömmlinge einen Bruch erleben müssen, wenn sie zu uns kommen. Wir haben sogar in den Klassenstufen 5 und 6 jeweils eine Klasse, in denen wir begabte Kinder auf den Weg zum Abitur vorbereiten. Nach der Klasse 10 wird unsere Schule noch einmal verstärkt gewählt, so dass wir ab der 11. Klasse zwei zusätzliche Klassen führen." Damit hat das Gymnasium Erkner im nächsten Jahr die größte Oberstufe im Kreis. Man entscheidet sich für das Bechstein-Gymnasium oft auch wegen seiner außerschulischen Ausstrahlungskraft. Alle Partner der Schule hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.
Stolz ist man auf die internationalen Beziehungen, auf die Schüler- und Lehreraustausche, die Weltanschauung und Weltgewandtheit fördern und Ausländerfeindlichkeit gar nicht erst entstehen lassen. Interessiert und aktiv ist die Schule bei der Gestaltung ihrer Beziehungen zur Stadt Erkner. Man möchte zum Beispiel die neue Aula noch mehr zu einen kulturellen Zentrum der Stadt machen, indem die künstlerischen Talente der Schüler allen Bürgern gezeigt werden. Ausstellungen in der Schule und in der Stadt zeugen von den bildnerischen Fähigkeiten. Das darstellende Spiel war auch ein Lieblingsfach meiner Tochter. Konzerte begeistern nicht nur junge Leute, sondern dienen auch dem Zweck, Spenden für notleidende Menschen in aller Welt einzusammeln. Das Heimatfest wäre ohne die Beiträge der Schülerinnen und Schüler sehr arm gewesen. So manche andere Veranstal-
tung bereicherten die Gymnasiasten mit Musik und anderen kulturellen Höhepunkten. Nicht zu vergessen ist die Projektarbeit. Man erforscht die Stadtgeschichte, knüpft Beziehungen zu Betrieben Erkners und engagiert sich in sozialen Einrichtungen.
"Wir meckern nicht, aber die Schule muss sich auch in Zukunft entwickeln. Wir achten auf Ordnung und Sauberkeit, das ist selbstverständlich, aber es bleiben noch Wünsche an unseren Schulträger, den Landkreis, offen. Unsere Cafeteria ist ein Provisorium. Die Heizung, die Flure und Türen im alten Haus sollten erneuert werden und für die Akustik im Haus II müsste etwas getan werden. Der Schulhof soll gestaltet werden. In der Aula wünschen wir uns einen richtigen Bühnenvorhang, Licht-und Tontechnik", träumt Rüdiger Konertz. Alles das wird Schritt für Schritt kommen, denn unsere Kinder und jungen Erwachsenen sind unsere Zukunft.
Erkneraner - Ausgabe 06 2006 |