Austausch mit USA und Schweden angestrebtBechstein-Gymnasium will beim Kontakt nach Gulfport/Mississippi auch außerschulische Partner einbindenErkner - Rüdiger Konertz schmiedet große Pläne: Der Leiter des Erkneraner Carl-Bechstein-Gymnasiums strebt einen Schüleraustausch mit einer High School im US-Bundesstaat Mississippi und einen weiteren mit einer Schule im nordschwedischen Bollnäs an. Der Kontakt mit den USA ist dabei das wichtigere und größere Projekt. Entstanden ist er im Nachgang zu der Spenden initiative der Schule zugunsten der Opfer des Hurricans „Katrina”, der die amerikanische Golfküste im September verwüstet hat. Damals hatte das Bechstein-Gymnasium ein Benefizkonzert veranstaltet (die MOZ berichtete). „Im Nachspann kristallisierte sich heraus, dass wir für eine Schule spenden wollten”, so Konertz. Aufgrund guter Verbindungen zum Auswärtigen Amt sah sich der deutsche Generalkonsul in Atlanta, Hans-Jörg Brunner, nach einer geeigneten Schule um und fand die Gulfport High School, direkt an der Küste gelegen, etwa 100 Kilometer östlich von New Orleans. Sie teilt mit dem Bechstein-Gymnasium eine musikalische Profilierung: Sie hat ein Orchester, das regionale Aufmerksamkeit erregt hat.Nach einem ersten Besuch amerikanischer Lehrer in Erkner, bei dem die Spende übergeben wurde, hat das Gymnasium, sich jetzt um Förderung aus dem Deutschen Programm für transatlantische Begegnung beworben. „Damit soll der Austausch auf solide finanzielle Füße gestellt werden”, sagt Konertz. Eine erste Entscheidung über die Förderung fällt Mitte März. Konertz ist indes davon überzeugt, dass das Erkneraner Konzept angenommen wird. Denn es geht um weit mehr als nur .Schüleraustausch. Die Bewerbung ist so angelegt, dass sie für außerschulische Partner offen sein soll,
und genau darin Wenn alles gut geht, könnte der Austausch im nächsten Schuljahr beginnen. Schon zuvor werden; unabhängig von der Entscheidung, im Mai Gäste aus Gulfport erwartet, die dann bei privaten Gasteltern untergebracht werden. Der erste Gegenbesuch in Mississippi kann noch warten - die Menschen, weiß Konertz, haben noch einige Zeit damit zu tun, Häuser und Schulen aufzuräumen und wieder aufzubauen. Wobei die Gulfport High School den Unterricht schon nach einer Woche wieder aufnehmen konnte. „Aber 500 von 1200 Schülern gingen ab”, erzählt Konertz: Oft verloren die Familien ihr Haus oder ihre Wohnung und mussten wegziehen. Als stetigen Motor der Beziehung wünscht sich Konertz die Musik, über die sich die Schulen gefunden haben. Auf einer ganz anderen Ebene liegt das Projekt eines Austauschs mit einer Schule im schwedischen Bollnäs, 200 Kilometer nordwestlich von Stockholm gelegen. Der Kontakt kam über den Besuch zweier Lehrerinnen Ende September zu Stande. Auch die schwedische Schule ist musikorientiert, aber um dieses Profil nicht zu überreizen, will Konertz ihr die Biologie als zweites thematisches Zentrum der Begegnung an die Seite stellen. Im April soll eine Gruppe von 30 Schülern und Lehrern aus den Leistungskursen der beiden Fächer nach Bollnäs fahren. Begegnungssprachewird Englisch. Anders als mit Gulfport ist keine Einbeziehung externer Partner vorgesehen: „Das wird ein klassischer Schulaustausch." Daneben gelte es natürlich, die bestehenden Beziehungen nach St. Petersburg und Boulogne-sur-Mer zu pflegen. „Was uns fehlt, ist ein Partner in Südeuropa - es dürfte gern Italien sein - und einer im Nachbarland Polen”, blickt Konertz voraus. MOZ - Freitag, 24. Februar 2006 |
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