Schöner sein mit Schlankheitswahn ?

Umfrage am Bechstein-Gymnasium Erkner

Von Jennifer Owtscharenko

Erkner - Wie oft seht ihr pro Tag in den Spiegel? Was denkt ihr, wenn bei der Figur nicht alles aussieht wie gewünscht? Immer öfter sehnen sich Mädchen danach, als Model über den Laufsteg zu laufen. Auch Jungen achten genauer auf ihre Statur. Groß, schlank, muskulös sind die Schlagworte einiger, die durch Serien wie "Germany's next Topmodel" ihre Auffassung oft noch stärken. Wir befragten dazu Schüler und Lehrer des Carl-Bechstein-Gymnasiums in Erkner.

Anne Wedde (15):
Einige machen sich zu viele Gedanken um ihre Figur und streben mit allen Mitteln nach Perfektion ihres Körpers. Sie glauben, schlank ist gleich schön, doch wer kann das schon beurteilen? Eine Menge meiner Freundinnen sagen, sie seien zu dick, dabei ist das völliger Quatsch. Ich finde, jede ist hübsch, so wie sie ist. Klar denk' ich auch, dass ich an meinem Gewicht noch was verändern könnte, doch bin ich im Großen und Ganzen mit mir zufrieden. Schließlich zählt die Persönlichkeit eines Menschen und nicht wie viel er wiegt.

Daniel Klawitter (15):
Dass sich mancher so sehr wünscht, schlank zu sein, dass er seine Gesundheit aufs Spiel setzt, will ich nicht wirklich verstehen. Das betrifft nicht nur Mädchen. Bei Jungen ist es meist so, dass sie muskulöser sein wollen. Gegen Sport und gesunde Ernährung habe ich auch nichts. Jeder achtet auf seine Figur, aber abgemagerte Mädchen, die nur ans Essen denken, find' ich nicht gut.

Stefanie Glöde (15):
Ich kenne eine Menge Leute, die am liebsten noch dünner und durchtrainierter wären. Am schlimmsten ist da mein Freund. Er hat einen schönen, muskulösen Körper und denkt, er sei zu fett. Dabei bin ich echt zufrieden mit ihm.

Jakob Albrecht (14):
Wenn jemand sich nicht mehr "normal" ernährt, das Hauptthema nur noch die eigene Figur ist, dann ist dieser für mich dem Schlankheitswahn verfallen. Ich glaube, dass man dieses Problem auch auf manche Prominente und die Art, wie sie dargestellt werden, zurückführen kann. Promis haben Geld, sind erfolgreich, meistens schlank und gut aussehend, über sie wird überall geredet. Viele möchten so sein und fangen schon früh an, ihren Idolen in allem nachzueifern.

Carl-Bechstein-Lehrerin Monika Günther, die an der Schule Biologie, Chemie und LER unterrichtet, sagt: "Mir sind durch meine Arbeit einige Fälle bekannt, meistens Mädchen, die erste Anzeichen von Magersucht aufweisen. Ich finde so etwas einfach schlimm, kann aber nur mit Gesprächen helfen, da einem 'fremden' Lehrer Grenzen gesetzt sind. Übertreibungen in Bezug auf das Gewicht oder die Figur sind gefährlich und machen krank."
Und Mathias Fuchs, Lehrer für Geographie und Französisch, sagt: „Zu diesem Thema fällt mir sofort der Begriff 'Model' ein. Doch auch bei denen sollte Gesundheit vor Karriere stehen. Ich bin mit meinem Gewicht zufrieden, doch finde ich auch, dass man auf andere Dinge mehr achten sollte. Der französische Autor Antoine de Saint-Exupéry schrieb: 'Man sieht nur mit dem Herzen gut.' Daran könnte man sich schon eher orientieren."

MOZ, 27.12.2006

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