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Elterninitiative richtet mit anderen Mitstreitern 1. Gesundheitstag am Carl-Bechstein-Gymnasium in Erkner aus
Von Elke Schlegelmilch
Erkner/Woltersdorf - Wer bereits als Teenager fettleibig ist, hat eine um 10 bis 13 Jahre kürzere Lebenserwartung, so die Erkenntnis von Ernährungswissenschaftlern. Um Essgewohnheiten, Übergewicht und gesunde Ernährung soll es am Donnerstag beim ersten "Gesundheitstag" im Carl-Bechstein-Gymnasium Erkner gehen. Initiiert und vorbereitet wurde das Ganze von fünf Elternvertretern, die sich in der Arbeitsgruppe "Gesunde Ernährung" engagieren. Angefangen hatte alles im Dezember 2003 mit einer Elternkonferenz, in der Vertreter des Woltersdorfer Küchenbetriebs, der die Schul-Cafeteria betreibt, über die Versorgung der Gymnasiasten berichteten.
"Es hat uns schon schockiert, was es neben der täglichen Essenversorgung in der Cafeteria als Extra-Angebote für die Schüler gab", sagt Birgit Brümmel, deren zwei Kinder am Gymnasium Erkner die 5. bzw. 7. Klasse besuchen. "Softdrinks, Pommes, Bockwurst und Fertigpizza. Und dann noch Süßigkeiten, aus einem Automaten, der verführerisch am Eingang steht."
Im Ergebnis der Debatte gründete sich die AG "Gesunde Ernährung", in der sich seitdem neben Birgit Brümmel vier weitere Elternvertreter engagieren: Anke Jakisch, Silke Voges, Heike Löser und Michael Barkowski. Die Fünf haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Essenversorgung an der Schule - Qualität, Bedingungen und Verteilung -regelmäßig zu beurteilen und mit dem Woltersdorfer Küchenbetrieb sowie den Schülern Verbesserungen herbeizuführen. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist auch die Sensibilisierung von Schülern, Lehrern und der Eltern in Sachen gesunde Ernährung. Ein Mosaikstein soll in diesem Zusammenhang der erste Gesundheitstag werden. Am Vormittag steht der Film "Super size me" - über mögliche Wirkungen von Fastfood - mit anschließender Diskussion auf dem Programm. Am Nachmittag gibt es Workshops mit Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten, Fitnesstrainern, Emährungsberatern und Vertretern von Bioläden.
"Wir haben allerhand erreicht", zieht Heike Löser Bilanz des ersten Jahres der Arbeitsgemeinschaft. "Das Wöltersdorfer Küchenteam hat nun täglich neben dem normalen auch vegetarisches Essen auf dem Speiseplan." Frisches Obst werde mittlerweile in der Cafeteria ständig angeboten, in guter Qualität und kostenlos. Besonders zufrieden sind die Eltemvertreter, dass der Küchenbetrieb noch eine Anregung aufgenommen hat. Ab Februar können sich Essenteilnehmer an drei Tagen der Woche auch für ein Salatmenü entscheiden, das zusätzlich angeboten wird.
In Sachen Getränke habe sich ebenfalls etwas getan, so Silke Voges. "Jetzt gibt es auch Bionade, die nur zwei bis vier Prozent Zucker enthält - als Alternative zu ungesunden Softdrinks, wie Cola und Eistee." Wasser sei ebenfalls zu haben. Rundum zufrieden sind die AG-Eltern mit dem Ist-Zusfand jedoch noch nicht. "Den Preis für Wasser - 80 Cent für 0,5 Liter - finden wir zu hoch", sagt Birgit Brümmel. "Wasser sollte nicht
mehr als 0,30 Euro pro halben Liter kosten", ergänzt Michael Barkowski. Er und seine Mitstreiter haben da schon Wünsche für die geplante neue Cafeteria des Gymnasiums. "Ideal wäre ein Wasserspender, der an die Trinkwasserleitung angeschlossen wird", sagt Anke Jakisch.
Doch das sei eine Geldfrage. "Wir haben uns schon erkundigt. Zirka 5000 Euro würde ein ordentliches Gerät kosten." Die Eltern hoffen, dass sich für solch einen Wasserspender vielleicht Sponsoren finden. Wer helfen will, kann sich direkt an den Schulförderverein wenden.
Ein Hauptkritik-Punkt ist nach wie vor der Süßigkeiten-Automat. "Wir haben unter den Schülern eine Umfrage gemacht Die ergab, dass der größte Teil auf den Automaten verzichten könnte, er trotzdem aber verhältnismäßig oft in Anspruch genommen wird, hauptsächlich von Schülern der Klassen 5 bis 8", sagt Heike Löser.
Die AG möchte nun erreichen, dass der Automat aus dem Eingangsbereich der Cafeteria entfernt wird und zur Hälfte mit alternativen gesünderen Snacks, wie Reiswaffeln, Vollkomkek-sen oder Fruchtschnitten, bestückt wird.
MOZ, 30.01.2007 |