Baldrian macht schlapp statt fit
Was bei Prüfungsstress hilft / Tipps für die Beruhigung der Nerven
Von Jette Beißer
Erkner Jetzt geht sie wieder los, die Prüfungszeit. Achtklässler schreiben Vergleichsarbeiten, die zwei Jahre Älteren wollen die Mittlere Reife schaffen, auf Elft- und Zwölftklässer warten Klausuren und auf die angehenden Abiturienten die Abschlussprüfungen. Fragt sich, was gegen den Stress hilft.
Natürlich hat jeder seine eigenen Tricks: vom Buch, das in der Nacht vorm Test unterm Kopfkissen ruht, über den Glücksbringer, der zur moralischen Unterstützung in der Hosentasche wartet, bis hin zur Beruhigungszigarette. Die Aufregung, die jeder Prüfung vorangeht, ist Segen und Fluch zugleich.
Extreme Nervosität ist unangenehm, äußert sie sich in Schweißausbrüchen, zitternden Händen oder auch einfach nur durch starkes Herzklopfen. " Aber es ist ein wenig so wie bei Pferden in der Box vor dem Rennen: Wenn's losgeht, können sie die Anspannung in Leistung umsetzten", so Marlis Hoppe, Lehrerin am Erkneraner Carl-Bechstein-Gymnasium (CBG). Sie hat im Zuge ihrer Arbeit viel Erfahrung mit Prüfungssituationen sammeln können - bei sich als auch bei Schülern. Im Laufe der Jahre habe sich gezeigt; dass Schüler, die besser auf die Prüfung vorbereitet waren, weniger Angst und Anspannung verspürten. „Schwächere oder schlecht Vorbereitete Schüler neigen eher zu Schwierigkeiten."
Auch der Lernstoff sei zweifelsfrei wichtig. Allerdings nutze es wenig, sich das Wissen erst kurz vor knapp anzueignen. Um am Tag der Prüfung vor Anspannung nicht komplett gelähmt zu sein, empfiehlt es sich, auf den Inhalt der Prüfung und die Situation vorbereitet zu sein. Ihr Tipp: Die Prüfung vorab durchspielen, in einem Rollenspiel mit Freunden oder vorm Spiegel.
Manchmal aber reichen diese Mittel nicht, um der Aufregung Herr zu werden. Viele greifen zu Beruhigungsmitteln — zum Beispiel die bekannten „klassischen" Hausmittel wie Baldriantropfen und Johanniskraut-Tees. Manche schwören gar auf Medikamente. „Ich kann nicht empfehlen, die Nacht vor Prüfungen auf Schlafmittel zu vertrauen. Sie können das Reaktionsvermögen verändern, dass ein zügiges Abarbeiten der Aufgaben hemmt",
warnt Kinder- und Jugendarzt Jens-Uwe Köhler. „Starke Unterdosierungen können durchaus einen Placebo-Effekt haben und somit beim Stressabbau helfen." Weitaus sinnvoller sei, am Tag vor der Prüfung zeitig schlafen zu gehen, um dann ausgeruht bei der Prüfung zu erscheinen.
Für die Bekämpfung der Aufregung wenige Minuten vor den Kontrollen schwören viele Jugendliche auf die Zigarette. Auch hier sollte man sich, so Köhler, in Acht nehmen. Das Gas Kohlenstoffmonoxid, welches beim Rauchen aufgenommen wird, sorge durch Verdrängung der Sauerstoffmoleküle der roten Blutkörperchen für eine Sauerstoffunterversorgung des Gehirns. „Es wird dann besonders in den Zonen träger, die für das wache Bewusstsein zuständig sind. Das ist aber leider keine echte Beruhigung - es ist eher zusätzlicher Stress für den Körper.", so der Mediziner. Viel wirkungsvoller ist eine solide Vorbereitung. Das Wissen „Ich kann das" ist demnach immer noch das beste Beruhigungsmittel.
Tipps und Infos im Internet: www.pruefungsamt.de
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| MelindaTok(16), Woltersdorf:
ich setze am Abend davor auf Ablenkung. Wenn ich gelernt habe, weiß ich, was ich kann.
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Alexander Otte (19), Rüdersdorf: Mein Mittel vor Prüfungen : Ruhig bleiben. Wer sich keinen Stress macht, der hat auch keinen. |
Stefanie Lange (16), Woltersdorf: Wenn ich vor der Klausur noch eine rauche, fällt die Anspannung ab. Es beruhigt ungemein. |
Elisa Dietrich (14), Woltersdorf: Ich schreibe Spicker, die ich kurz vor der Arbeit wegwerfe. So habe ich alles vorm inneren Auge. |
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