Tüfteln am Stundenplan
In eineinhalb Wochen beginnt das neue Schuljahr / Die Vorbereitungen laufen bereits.
Fürstenwalde/Erkner/Briesen (MOZ) (Sonja Jenning)
Eineinhalb Wochen vor dem Ende der Sommerferien beginnt in vielen Schulen der Region langsam wieder der Arbeitsalltag. Es werden Stundenpläne erstellt und Schulbücher bereit gelegt, Baustellen begutachtet, die letzten Kleinigkeiten vom Hausmeister repariert.
Am Erkneraner Bechstein-Gymnasium verpassen Peter Müller, der stellvertretende Schulleiter, und Oberstufenkoordinator Gerd Nordheim zurzeit dem Stundenplan den letzten Schliff. „Je mehr Schüler wir haben, desto mehr Fächer laufen parallel. Damit können wir bei den Wahlfächern so viele Wünsche wie möglich erfüllen“, erklären sie die komplizierte Aufgabe. Das besondere im neuen Schuljahr ist, dass es keine 11. Klasse geben wird, dafür aber einen 140 Schüler starken 12. Jahrgang. Grund dafür ist das verkürzte Abitur, das ab sofort in 12 Jahren abgelegt wird. Daher sind in den neuen 12. Klassen Schüler der vorherigen 10. und 11. Klasse zusammengefasst. „Wir hoffen, dass alle auf einem Stand sind“, sagt Peter Müller und fügt hinzu, dass bei der Stundenplanung auch auf kurzfristige Überraschungen reagiert werden musste. „Ein Kollege wird seinen Dienst nicht antreten, glücklicherweise haben wir vom Schulamt gleich einen Ersatzlehrer gestellt bekommen, von dem wir hoffen, dass er sich nahtlos einfügen wird.“ Am Tag des Unterrichtsbeginns, also am 23. August, werden die drei neuen 7. Klassen und eine neue 5. Klasse um 9 Uhr in der Aula begrüßt, um 10 Uhr treffen dort die Zwölftklässler zusammen. Aufgrund der Bauarbeiten herrsche auch im Schuljahr 2010/2011 noch ein bisschen Durcheinander, so Gerd Nordheim. „Es wird weiter ausgelagerten Unterricht in zwei Containerstandorten und in vier Räumen der nahen Oberschule geben.“ Die Planung des umfangreichen Ganztagsangebots werde dann in der kommenden Woche erfolgen. „Ab Mittwoch sind dann auch die anderen Kollegen im Haus“, so Nordheim.
Ganz entspannt gibt sich indes Karl-Heinz Wittig, Schulleiter der 2. Oberschule Juri Gagarin in Fürstenwalde. „Wir können eigentlich schon anfangen“, scherzt er, der Stundenplan sei schon in der ersten Ferienwoche fertiggestellt worden, auch die Freiexemplare an Schulbüchern sind bereits angekommen. „Große Baumaßnahmen hatten wir auch nicht, der Hausmeister richtet noch ein paar Kleinigkeiten“, so Wittig. Er wird am 23. August etwa 45 neue Schüler in zwei 7. Klassen begrüßen können, hinzu kommen zwei neue Lehrer. Für die Siebtklässler, die aus ganz Fürstenwalde kommen, beginnt das neue Schuljahr an der Gagarin-Schule dann erst einmal mit einer Kennenlernwoche.
In der Briesener Grundschule sind Sekretärin und Hausmeister noch mehr oder weniger unter sich – mal abgesehen von den Bauarbeitern, die an Dach und Fassade des Schulgebäudes beschäftigt sind. „Wir hoffen ja, dass zur Einschulung am 21. August schon einiges fertig ist“, sagt Birgit Arndt, die im neuen Schuljahr als Schwangerschaftsvertretung für ein Jahr den Posten der Sekretärin übernimmt. Der Stundenplan wird in Briesen in der kommenden Woche erstellt. Erwartet werden 34 Erstklässler, die auf drei Flexklassen verteilt werden sowie drei neue Lehrer.
So genau stehen die Schüler am Oberstufenzentrum Palmnicken noch nicht fest. „Wir haben über 80 Anmeldungen für das Abitur, der eine oder andere überlegt es sich vielleicht noch, weil er doch eine Lehrstelle gefunden hat“, sagt Schulleiter Joachim Schenk. Im dualen System der beruflichen Ausbildung sehe es noch anders aus. „Da bekommen wir zurzeit täglich zehn bis zwanzig Anmeldungen rein“, so Schenk, der zwar eigentlich noch Urlaub hat, aber dennoch schon an seinem Schreibtisch sitzt, Post erledigt, E-Mails durchsieht, sich um die langfristige Organisation kümmert und ein Auge auf die laufenden Bauarbeiten hat. Er rechnet mit ungefähr 800 Schülern in allen Facetten der Berufsschule. „Die Klassen werden wir bis zum 1. November festgezurrt haben“, sagt er, da sei noch jede Menge Bewegung, weil die Betriebe ganzjährig einstellen und es auch für Azubis die Probezeit gibt.
MOZ - 2010-08-12
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