Mathe-Ass zieht Australien vor

Landesbester Björn Bokelmann aus Schöneiche verpasst Finale

Björn Bokelmann (20) aus Schöneiche, der im Sommer das Abitur im Erkneraner Carl-Bechstein-Gymnasium abgelegt hat, hat sich im Bundeswettbewerb Mathematik als einer von zwei Landesbesten aus Brandenburg für das Bundesfinale qualifiziert. Er wird daran aber nicht teilnehmen, weil er in Australien ist. JOACHIM EGGERS interviewte ihn per E-mail.

Herr Bokelmann, bedauern Sie es, dass Sie nicht beim Bundesausscheid dabei sind?
Ja, ich bin mir sicher da entgeht mir eine spannende Erfahrung. Ich hatte sogar kurzzeitig mit dem Gedanken gespielt, nochmal zum Wettbewerb nach Deutschland zu kommen. Letztlich habe ich mich wegen der Ungewissen Erfolgsaussichten und der hohen Ticketpreise dagegen entschieden.

Haben Sie sich schon immer für Mathematik begeistert?
Was Mathe betrifft bin ich eher ein Spätzünder. Bis zur 9. Klasse hatte ich sogar noch eine 3 auf dem Zeugnis. Dann habe ich die Schule etwas ernster genommen und schnell meine Leidenschaft für die Mathematik entdeckt.

Gibt es ganz bestimmte Gebiete in der Mathematik, die Sie besonders interessieren, wenn ja welche?
Was mich vor allem begeistert, ist das Gefühl von Verständnis, was man gewinnt, wenn man einen Sachverhalt bis auf den Kern analysiert. Besonders gefallen mir dazu zahlentheoretische Überlegungen, wie etwa zum Wesen der Zahlen, mit denen wir so selbstverständlich arbeiten.

Haben in der Schule immer alle von Ihnen abgeschrieben oder abschreiben wollen?
Um es kurz zu fassen: In meinen Leistungskursen Mathe und Physik war ich immer ein sehr beliebter Banknachbar.

Träumen Sie manchmal von Zahlen?
Ganz so weit geht mein Interesse für Mathematik nicht, dass ich mich nicht einmal im Schlaf davon lösen könnte. Allerdings denke ich auch im Alltag gerne über mathematische Sachverhalte nach und probiere manches mit einem „mathematischen Blick" zu betrachten.

Haben Sie auch noch ganz andere Hobbies?
Meine Interessen sind ziemlich breit gefächert: Einerseits lese ich ziemlich viel zu ganz unterschiedlichen Wissensgebieten wie etwa Geschichte, Philosophie und Religion. Andererseits treibe ich auch gerne Sport. Zum Beispiel spiele ich leistungsmäßig Tennis und bin schon zweimal den Berlin-Marathon gelaufen.

Was hat Sie nach Australien verschlagen, was treiben Sie dort?
Nach Australien hat mich vor allem der Wunsch verschlagen, nach 13 Jahren Schule und der Aussicht auf fünf Jahre Mathestudium nochmal etwas komplett anderes zu erleben. Ich verdiene hier mit verschiedenen Jobs Geld, um durchs Land zu reisen und dabei spannende Erfahrungen fürs Leben zu sammeln.


Schöner als Mathe: Björn Bokelmann in Australien

Foto: privat

 


Märkische Oderzeitung - 13.12.2011

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