Parkplatz-Unfall reißt Lehrerin aus dem Leben
Gymnasium trauert um Sabine Winkler
Von INGOLF BUNGE
Erkner/Rüdersdorf (MOZ) Nach dem tragischen Unfall auf dem Parkplatz von Getränke-Hoffmann in Rüdersdorf trauert das Erkneraner Carl-Bechstein-Gymnasium um Lehrerin Sabine Winkler. Laut Polizeiangaben ist es weiterhin völlig unklar, wie die 52-jährige Woltersdorferin unter die Räder eines Transporters kam.
Die Frau war am Freitag, gegen 11.30 Uhr, auf dem Getränkemarkt-Parkplatz von einem Mercedes-Kleintransporter überrollt worden. Sie starb noch vor Ort, Notarzt und die Rettungswagen-Besatzung konnten ihr nicht mehr helfen. „Die Unfallursache ist wirklich schleierhaft", sagte gestern Polizeisprecher Thomas Wendland. Es sei nicht auszuschließen, dass dem Fahrer des Handwerker-Transporters in dem Moment die Sicht versperrt war. Genauso sei möglich, dass die Frau oder der Fahrer unaufmerksam waren. „Wir ermitteln in alle Richtungen", so Wendland. Der Wagen wurde sichergestellt; Dekra-Experten sollen ein Gutachten erstellen. Sowohl der Kraftfahrer, ein 49-jähriger Mann ans Märkisch-Oderland, als auch die Angehörigen erhielten seelsorgerischen Beistand.
Gestern nun, um 14 Uhr, würdigten Lehrer und Schüler des Erkneraner Carl-Bechstein-Gymnasiums Sabine Winkler, die dort seit vielen Jahren den Fachbereich Kunst leitete, sowie Deutsch unterrichtete. „Ich kann nicht verstehen, dass sie nicht mehr mit uns durch das Leben geht", sagte Schulleiter Rüdiger Konertz in der vollbesetzten Aula. „Wir sagen danke für das fortwährende Engagement, mit dem sie ihre Talente hier einbrachte." Ausdrücklich nannte er ihre Leidenschaft für Fotografie und ihr Wirken als Herausgeberin des Bechstern-Journals. „Wir haben sie als humorvolle, faire Kollegin erlebt, die sich große Verdienste um die Schule erworben hat".
Lehrersprecher Manfred Löhn sprach von „einer menschlichen Katastrophe, Sabine Winkler hinterlässt eine Lücke, die nicht zu schließen ist." Zudem verwies er auf die vielen Schülergenerationen, die in 29 Jahren „durch ihren engagierten Unterricht" gegangen sind. „Sie hatte ein grenzenloses Vertrauen in die Veränderbarkeit junger Menschen und einen trockenen Humor." Schülerin Juliane Wandt (18) sprach in der Gedenkveranstaltung von einer Lehrerin, die neben Respekt „auch das menschliche Vertrauen der Schüler gewann".
Sabine Winker hinterlässt einen Sohn (21), der im vergangenen Jahr in Erkner Abitur gemacht hat, und eine Tochter (30), die Fotografie studiert hat.
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| Am Kondolenzbuch: Zwei Bechstein-Gymnasiastinnen tragen sich ein.
Foto: MOZ / Ingolf Bunge
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Moz - 26.11.2009
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