Berliner Tragikomödie „Die Ratten“
Kultur · Werte · Persönlichkeit
Berliner Tragikomödie „Die Ratten“
In der Inszenierung des Kurses DS 11.2 haben die Schülerinnen und Schüler am 01. und 02. Juni 2026 ihre schauspielerischen Fähigkeiten in der Aula eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
von Susanne Schulze, StR CBG
am 23. Juni 2026
Schon zu seiner Uraufführung am 14.01.1911 wusste der Literaturkritiker Alfred Kerr über dieses Drama von Gerhart Hauptmann zu berichten: „Hier wird das Furchtbare durch das Lächerliche nicht gemildert, sondern nur noch unerträglicher gemacht.”
Und wahrlich hat die Bühnenhandlung einiges an schonungsloser Sozialkritik und geradezu schmerzhafter Komik zu bieten: In einer heruntergekommenen Berliner Mietskaserne prallen im ausgehenden 19. Jahrhundert zwei Welten aufeinander: Während oben der ehemalige Theaterdirektor Hassenreuter leidenschaftlich über die hehre Kunst doziert, kämpft im Stockwerk darunter die Putzfrau Jette John um ihr Lebensglück. Getrieben von einem unerfüllten Kinderwunsch, kauft sie der verzweifelten Pauline Piperkarcka deren uneheliches Kind ab. Doch die mühsam erkaufte Idylle beginnt sofort zu bröckeln. Zwischen grotesken Theaterproben und dem harten Überlebenskampf im zentralen Berliner Kiez entspinnt sich ein gefährliches Netz aus Lügen und Kriminalität. Heimliche Geschäfte, Betrug und die Angst vor Entdeckung treiben die Figuren immer tiefer in Schuld und Verzweiflung.
Hauptmanns Meisterwerk zeigt das Leben als Tragikomödie: Ein schmaler Grat zwischen dem geradezu lächerlichen Ringen um die Kunst und der bitteren Realität des sozialen Abgrunds.
In diesem konfliktgeladenen Handlungsfeld zu bestehen, die Charaktere des Dramas herauszuarbeiten und die Beziehungen der Figuren pointiert auf die Bühne zu bringen, ist dem Kurs mit seinen neunzehn Mitgliedern besonders gelungen. Auch deren Vermögen, dem anspruchsvollen Text Leben einzuhauchen und das Berliner Milieu der Kaiserzeit den Zuschauern vor Augen zu führen, ist vom Publikum sehr gelobt worden.
Und wenn die Inszenierung den Betrachter auch in eine längst vergangene Epoche führte, so spiegeln doch die Schicksale der Figuren gesellschaftliche Probleme wider, die uns auch heute noch begegnen können.











